Die älteste Taschenuhr der Welt? Der Henlein-Uhrenstreit

04.12.2014 - 12.04.2015

Es war ein folgenreicher Schritt für die Technikgeschichte, als vor etwa fünfhundert Jahren geschmiedete Räderuhren derart klein und handlich wurden, dass man sie am Körper tragen konnte. Als Erfinder solcher „Taschenuhren“ gilt seit langem der Nürnberger Schlosser Peter Henlein. Er nimmt damit einen festen Platz in der Ahnenreihe bedeutender Ingenieure von Leonardo da Vinci bis zu Carl Benz ein. Das deutsche Uhrmacherhandwerk feierte Henlein als Stammvater seines Gewerbes. Schulen und Denkmäler auf seinen Namen wurden errichtet. Mit seiner Henlein-Uhr verwahrt das Germanische Nationalmuseum das zentrale Objekt zum Henlein-Kult. Allerdings gilt die Inschrift dieser Uhr schon seit ihrem ersten Auftauchen um 1900 als gefälscht. Auch die Uhr selbst ist aktuellsten technologischen Untersuchungen nach eher ein komplexes Konglomerat alter und neuer Teile, als ein pures Unikat des Erfinders Henleins.

Streitobjekt Henlein-Uhr

Entlang der abenteuerlichen Henlein-Legende und aktuellen Analysen mittels moderner computertomografischer Verfahren vermittelt die Ausstellung neue Untersuchungsergebnisse zur Henlein-Uhr und zu ihrem Konkurrenzkampf mit anderen Uhren um den Titel „Älteste Taschenuhr der Welt.“ Sie führt kostbare Erzeugnisse einer Pionierzeit vor Augen, als der Bau von Uhren nicht mehr Aufgabe des Schmieds sondern des Goldschmieds und Juweliers wurde. Der Besucher nimmt Teil am großen Wandel des Alltags, als nicht mehr nur der öffentliche Glockenschlag, sondern mehr und mehr das private Gadget „Taschenuhr“ die Zeitmessung ermöglichte. Präsentiert wird dies anhand von Leihgaben namhafter Uhrenkollektionen, u. A. aus der Schweiz und den USA.

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Blick in die Ausstellung

Wir danken für die großzügige Unterstützung des Henlein-Projektes

 

GNM Highlight
aus der Dauerausstellung