Nürnberger Goldschmiedekunst 1541 - 1868

Projektlaufzeit: 1997-2007


Nürnberg war lange eines der bedeutendsten Goldschmiedezentren Deutschlands, zeitweise sogar eines der wichtigsten in Europa. Goldschmiedearbeiten waren begehrt für herrschaftliche Tafeln und kirchliches Zeremoniell. Heute zählen sie weltweit zum Sammlungsbestand historischen Kunsthandwerks in renommierten Museen. Gleichermaßen wird Nürnberger Silber geschätzt von Privatsammlern und vom internationalen Kunsthandel, in dem es nach wie vor sehr präsent ist. Trotz seiner Bedeutung hat dieser Bereich des Kunsthandwerks nur für die Zeit bis 1540 eine umfassende wissenschaftliche Würdigung erfahren, die für spätere Epochen noch aussteht. Dieser Aufgabe widmete sich von 1997-2005 ein Forschungsteam des Germanischen Nationalmuseums, das mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft arbeitete.

Ziel des „Forschungsprojektes zur Nürnberger Goldschmiedekunst 1541-1868“ war der Aufbau einer Dokumentation unter unterschiedlichen Aspekten: Meisterbiographien; Werkverzeichnisse und Marken. Untersucht wurden auch die stilistische Entwicklung der Nürnberger Goldschmiedekunst, Beziehungen zu anderen Orten, Auftraggeberschaft usw. Der Zeitrahmen beginnt mit der Einführung der Meistermarken 1541 und endet mit der Einführung der Gewerbefreiheit in Bayern 1868. Die biographischen Daten der Goldschmiede, ihre Meisterzeichen und die Nürnberger Beschauzeichen liegen mittlerweile vor. Als Materialgrundlage dienen rund 7000 erfasste Objekte. Das Spektrum reicht dabei von prunkvollen Pokalen über Kirchengerät und Judaica bis hin zu Tafelsilber.

Die Ergebnisse sind über eine interne Datenbank erschließbar und werden durch eine Fotodokumentation ergänzt. Im Herbst 2007 wird ein mehrbändiges Handbuch zu den Nürnberger Goldschmiedemarken vorliegen.

Außerdem ist eine Ausstellung mit herausragenden Werken der Nürnberger Goldschmiedekunst geplant. Dank der Unterstützung durch bedeutende Museen u.a. Kopenhagen, London, Uppsala, New York, Amsterdam, Berlin, Dresden, Hamburg, München usw. können zahlreiche Leihgaben gezeigt werden. Außerdem werden Objekte aus Kirchenbesitz (Franken, Thüringen) und aus bedeutenden Privatsammlungen (Schweiz, Argentinien, Nürnberg) zu sehen sein. Begleitend zur Ausstellung wird eine Publikation erscheinen und eine internationale Tagung stattfinden.

Information:

Dr. Ralf Schürer

  • Publikation:

    Nürnberger Goldschmiedekunst 1541–1868.

    Band I: Meister, Werke, Marken. Bearbeitet von Karin Tebbe, Ursula Timann, Thomas Eser u.a. Nürnberg 2007.
    Teil 1: Textband, 700 S., rund 1.800 sw Abb. von Marken;
    Teil 2: Tafelband, 296 S., 782 sw Abb.