Die Bildwerke des 17. und 18. Jahrhunderts im Germanischen Nationalmuseum

Teil 3: Südwestliche, westliche , nördliche und östliche Gebiete


Gesamtprojekt

Der Katalog behandelt sämtliche Bildwerke des 17. und 18. Jahrhunderts aus dem Besitz des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg. Die Sammlung barocker Bildwerke im Germanischen Nationalmuseum gehört mit der Berliner Skulpturensammlung und derjenigen des Frankfurter Liebieghauses zu den wichtigsten in Deutschland. Gemeinsam ist ihnen die überregionale Ausrichtung, wobei der Nürnberger Bestand deutliche Schwerpunkte in der fränkischen sowie der bayerischen und österreichischen Skulptur besitzt. Der einzige die barocken Bildwerke einbeziehende Bestandskatalog der Sammlung erschien bereits 1910. Viele später erworbene wichtige Stücke des GNM sind der Forschung unbekannt geblieben, da sie bisher nicht oder nur unzureichend bearbeitet und publiziert wurden.

Aufbau

Um die Komplexität der barocken Skulptur zu verdeutlichen, findet– anders als in vergleichbaren Sammlungskatalogen – in diesem Bestandskatalog keine Trennung zwischen Groß- und Kleinplastik oder nach Materialien statt. Den Prinzipien eines Kritischen Kataloges entsprechend folgt nach eingehender Beschreibung sowie den Angaben zu Material, Technik, Erhaltung, Provenienz und Ankaufsgeschichte eine ausführliche Diskussion der wissenschaftlichen Literatur, die vor allem auf Probleme des Stils und der Zuschreibung eingeht. Die von der Forschung oft vernachlässigten Fragen zum ursprünglichen formalen Zusammenhang der Skulptur und ihrer Einbindung in ein Ensemble sowie zur Ikonographie und ihrer Funktion für den Auftraggeber werden in die Untersuchung einbezogen. Kriegsverluste und abgegebene Objekte werden anhand früherer Beschreibungen und Aufnahmen katalogisiert und abgebildet.

Bildwerke des 17. und 18. Jahrhunderts in drei Bänden

Der 1. Katalogband der Bildwerke des 17. und 18. Jahrhunderts im Germanischen Nationalmuseum war den fränkischen Skulpturen gewidmet und erschien 1997. Der 2. Band mit Objekten aus Bayern, Österreich, Italien und Spanien kam 2005 heraus. Beide Bände erschienen im Mainzer Verlag Philipp von Zabern.

Der noch ausstehende 3. Teilband behandelt 225 Skulpturen aus kunstgeographisch heterogenen Regionen von der Schweiz bis nach Schlesien. Als Repräsentanten dieser Regionen sind unter anderem der in Füssen im Allgäu ansässige Anton Sturm mit einer Verkündigungsmaria, der im Bodenseegebiet arbeitende Joseph Anton Feuchtmayr mit mehreren Werken sowie der mit seinen bedeutendsten Figuren im GNM präsente Augsburger Meister Ehrgott Bernhard Bendl mit sechs monumentalen Figuren vertreten ebenso wie der in Oberndorf am Lech wirkende Johann Georg Bschorer mit zwei großen Heiligenfiguren. Neben einzelnen Beispielen aus dem Rheinland und Norddeutschland bildet Sachsen ein weiteres Zentrum mit bedeutenden Werken des 17. und 18. Jahrhunderts. Darunter sind zwei Elfenbeinstatuetten des Permoser-Umkreises und zwei mythologische Gruppen von Johann Gottfried Knöffler als bedeutende Zeugnisse des beginnenden Klassizismus. Das blühende Kunstleben der östlichen Regionen belegen Kleinplastiken des in Danzig tätigen Johann Heinrich Meissner und des in der Grafschaft Glatz arbeitenden Michael Klahr d. Ä. Neben diesen eindeutig bestimmbaren Werken existiert in der Sammlung eine Anzahl von Objekten, die bisher nicht zugeschrieben werden konnten. Der 3. Band des Bestandskataloges der Barockplastik im Germanischen Nationalmuseum verdeutlicht gerade durch die geographische Vielfalt das ursprüngliche Sammlungskonzept des Museums, das Werke aus dem gesamten deutschsprachigen Raum dokumentiert.


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  • Projektmitarbeiter

    Dr. Claudia Maué, assoziierte Wissenschaftlerin