Das hallstattzeitliche Gräberfeld von Treuchtlingen-Schambach

Erstpublikation der Funde

Projektlaufzeit: Das Projekt wurde bereits vor 2002 begonnen, musste aber zur Durchführung der Sonderausstellung Gold und Kult der Bronzezeit 2003 und der anschließenden Neugestaltung der Dauerausstellung (Eröffnung Ende 2006 ) unterbrochen werden.
Voraussichtlich 2012, nach Abschluss der Publikation zur Dauerausstellung, kann das Projekt wieder aufgenommen werden. Mit einer Projektdauer von drei Jahren ist zu rechnen.

Die Publikation der Funde des Gräberfeldes von Treuchtlingen Schambach ist seit dem Ende der Ausgrabungen Mitte der 1980er Jahre ein Desiderat, doch mussten zunächst umfangreiche Restaurierungsarbeiten erfolgen, die im Germanischen Nationalmuseum bis 2003 durchgeführt wurden.


Das völlig vom Pflug zerrissene Gräberfeld umfasst Hügel- und Brandgrubengräber. Es liegt im Tal, an der Mündung des Schambaches in die Altmühl. Planmäßige Grabungen fanden hier ab 1975 statt. Dabei wurden 21 Hügel erkannt und 44 Gräber untersucht. Charakteristisch für hallstattzeitliche Bestattungen sind reiche Geschirrsätze. Sie dienten zur Bewirtung von Gästen nach Art des griechischen Symposions. Die Keramiken sind meist gut geglättet und oft geometrisch verziert. Die Oberflächenbehandlung stellt eine eigenständige, einfachere Umsetzung von geometrischen Motiven aus dem Mittelmeerraum dar. Die Gefäße wurden bei Totenfeiern eingesetzt und dienten danach als Behältnisse für Speisebeigaben. Die rottonige Keramik ist in Schambach und überhaupt im südlichen Mittelfranken weit verbreitet. Beziehungen nach Süden und nach Westen in das Gebiet der Schwäbischen Alb sind deutlich. Graphitierte Keramik, wie sie in Oberfranken typisch ist, findet sich hier dagegen selten.

Einige Gräber wie die Hügel 24, 27 und 33 enthielten besondere Funde:

Der Steinkranz der Umfassung von Grabhügel 24 besaß einen Durchmesser von ca. 17 m. Die Grabkammer maß ca. 3,30 x 2,80 m. Sie enthielt die Überreste der Brandbestattung eines wohlhabenden Kriegers. Sein Schwert und zwei Gewandnadeln lagen auf einer Konzentration von Leichenbrand in der westlichen Grabhälfte. An Süd- und Ostwand sowie in der Nordwestecke standen Gefäße, darunter eine Stufenschale mit Vogelaufsätzen.

Nach der Anordnung der Gefäße maß die Kammer von Grabhügel 27 2,00 x 2,50 m. Der Leichenbrand lag flächig an der Westseite des Grabes. An der Ostwand standen die Gefäße. Eine Scheibenkopfnadel befand sich südöstlich, Nadelfragmente und ein Gürtelhaken nördlich des Leichenbrandes. Eine kleine Pferdeskulptur wurde in der Nordwestecke gefunden. Sie war kein Spielzeug, sondern ist als symbolische Beigabe eines Pferdes anzusehen.

Grabhügel 33 maß, nach der Steinumfassung zu urteilen, ca. 7 m im Durchmesser. Die Kammer selbst war 2,00 x 2,80 m groß. Der Leichenbrand lag ausgestreut in der Grabmitte. Die Vorratsgefäße standen am südlichen Teil der Ostwand, daran anschließend Schalen und Schälchen weiter nördlich. Äußerst selten ist die Beigabe eines Köchers mit Pfeilen. Er befand sich in der Südwestecke des Grabes.

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