Dass Gerechtigkeit und Friede sich küssen – Repräsentationen des Friedens im vormodernen Europa

 

Projektlaufzeit: 2015-2018
Förderung:
Leibniz-Gemeinschaft im Rahmen der Förderlinie "Nationale und internationale Vernetzung"

Projektfolder

 

Im Rahmen eines transdisziplinären Forschungsprojekts werden die unterschiedlichen Formen von Friedensrepräsentationen in der Frühen Neuzeit untersucht. Das Nürnberger Teilprojekt widmet sich hierbei dem umfangreichen Bestand graphischer Blätter und Medaillen im Germanischen Nationalmuseum.

 

Das von der Leibniz-Gemeinschaft geförderte Projekt nimmt die unterschiedlichen Vermittlungs- und Visualisierungsstrategien frühneuzeitlicher Friedensereignisse in den Fokus. Im Zeitraum vom 16. bis zum 18. Jahrhundert wurden in Europa mehr als 2.000 inner- und zwischenstaatliche Friedensverträge geschlossen. Kriegszustände wurden von Friedensprozessen begleitet, die sich in der Quantität der vormodernen Friedensschlüsse manifestieren. Die mediale Verbreitung übernahmen verschiedene Repräsentationen des Friedens in Literatur, Kunst und Musik. Durch die Verwendung eines gemeinsamen Motivkanons entwickelte sich ein „Vokabular“ des Friedens, aus dem Künstler, Schriftsteller und Komponisten schöpften. Dieses Vokabular soll im Forschungsprojekt bespielhaft anhand unterschiedlicher Kulturobjekte untersucht werden. Das Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz untersucht Friedenspredigten, deren Gattungswurzeln im Umfeld des Augsburger Religionsfriedens liegen. Ebenfalls sprachlichen Repräsentationen widmet sich die Projektstelle in der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel mit der Bearbeitung deutscher und lateinischer Friedensdichtungen. Musikalischen Repräsentationsformen von Friedensszenarien stehen am Deutschen Historischen Institut Rom im Fokus. Die Arbeitsergebnisse aller Institutionen werden durch die virtuelle Forschungsumgebung WissKI erschlossen. Die fachübergreifende Bearbeitung des Quellenmaterials wird so mithilfe von Methoden des semantic web-Ansatzes der Forschung und nach Abschluss des Projekts der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 

 

Friedensdarstellungen in den Beständen des Germanischen Nationalmuseum

Das Germanische Nationalmuseum besitzt mit der Graphischen Sammlung und dem Münzkabinett einen reichen Bestand an historischen Friedensbildern. Schwerpunkte bilden der Augsburger Religionsfrieden (1555), der Westfälische Friede (1648), der Nürnberger Friedensexekutionskongress (1649/50) sowie die Verträge von Utrecht – Rastatt – Baden (1713/14) und der Friede von Hubertusburg (1763). Sie wurden in Ereignisdarstellungen, Flug- und Gedenkblättern als auch in Allegorien auf Medaillen festgehalten. Neben den bereits publizierten Friedensmedaillen des bekannten Medailleurs Sebastian Dadler beherbergt das Germanische Nationalmuseum eine Vielzahl an Jubiläums-, aber auch Spottmedaillen auf frühneuzeitliche Friedensschlüsse. Ziel ist es, die verwendeten Bildtopoi zu untersuchen und ihre textlichen Komponenten mit Querverweisen zu weiteren Friedensmedien zu versehen.

 

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ProjektmitarbeiterInnen

Dr. Yasmin Doosry (Sammlungsleiterin Graphische Sammlung)
Dr. Matthias Nuding (Sammlungsleiter Münzkabinett)
Peggy Große M.A. (wissenschaftliche Mitarbeiterin, Doktorandin)
Anna Lisa Schwartz M.A. (wissenschaftliche Mitarbeiterin, Doktorandin)

Kooperationspartner

GNM Highlight
aus der Dauerausstellung