Totenschild des Heinrich Grundherr, GNM, Depositum der von Grundherr`sche Familienstiftung
Totenschild des Erhard Haller, GNM, Depositum der Freiherrlichen Gesamtfamilie Haller

Jenseitsvorsorge und ständische Repräsentation

Interdisziplinäre Erschließung der spätmittelalterlichen Totenschilde im Germanischen Nationalmuseum

 

Projektlaufzeit: 2014-2017
Förderung: Leibniz-Gemeinschaft im Rahmen der Förderlinie "Nachwuchsförderung" (Leibniz-Wettbewerb 2014)


Das Germanische Nationalmuseum verfügt mit 153 Totenschilden des 14. bis 17. Jahrhunderts über den umfangreichsten museal verwahrten Bestand dieser Objektgattung weltweit. Darunter befindet sich das älteste erhaltene, plastisch ausgebildete Totenschild des Heinrich Grundherr (gest. 1351).

Totenschilde wurden als Gedenktafeln für die verstorbenen männlichen Mitglieder des Adels und des ratsfähigen Bürgertums in Form runder, acht- oder rechteckiger Holztafeln im Kirchenraum aufgehängt. In der Sammlung des Germanischen Nationalmuseums sind Tafeln der bedeutendsten Nürnberger Patrizierfamilien vertreten, darunter die Grundherr, Holzschuher, Haller, Harsdörffer und Kress. Der Bestand zählt zu den herausragenden Zeugnissen städtischer Memorialkultur im deutschen Sprachraum des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit.

Die dreidimensionale Gestaltung der hölzernen Schilde erfolgte unter Anwendung verschiedener Techniken, die bislang nicht erforscht sind. Im Rahmen des Projekts werden alle Totenschilde des GNM interdisziplinär grundlegend erfasst: Die Objekte werden kunsthistorisch, historisch und kunsttechnologisch untersucht, dokumentiert und in einem Bestandskatalog publiziert. Anhand kunsttechnologischer und - wissenschaftlicher Befunde, der Auswertung archivalischer Quellen und sowie der Forschungen zur Herkunft der Schilde liefert das Projekt Grundlagen für die gesamte Gattung. Es erlaubt Aussagen über ihre Produzenten und Herstellungsweisen der Totenschilde, ihren rituellen/liturgischen Kontext und die Umstände ihres Auftrags. Das Projekt leistet damit einen neuen, wesentlichen Beitrag zum Verständnis der Memorial- und Repräsentationskultur städtischer Eliten sowie zur Arbeitsweise von handwerklich-künstlerischen Betrieben im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit.

 

Projektmitarbeiter

Dr. Frank Matthias Kammel (Projektleiter, Sammlungsleiter)
Dr. des. Katja Putzer M.A. (wissenschaftliche Projektkoordinatorin)
Franziska Ehrl M.A. (wiss. Mitarbeiterin)
Dipl. Rest. Astrid Roth - in Elternzeit
Elisabeth Taube (Dipl.-Restauratorin)
Dr. Anna Pawlik (bis 30.11.2015 wissenschaftliche Projektkoordinatorin) 

 

 

 

 

Wissenschaftliche Infrastruktur

Institut für Kunsttechnik und Konservierung, Oliver Mack M.A. (Leitung)
Museums- und Kulturinformatik, Dr. Siegfried Krause (Leitung); Mark Fichtner (wissenschaftliche Kommunikationsinfrastruktur)
Wissenschaftsmanagement und Marketing, Dr. Andrea Langer MBA

 
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