Bildgebrauch und Bildfunktion im Medium der Graphik

Symposion zu Ehren von Rainer Schoch

Fr 11. / Sa 12. April 2008


Veranstalter: Germanisches Nationalmuseum
Information: Dr. Yasmin Doosry


Im Mittelpunkt des internationalen Symposions stand die Frage nach dem Gebrauch des Bildes in Zeichnungen und druckgraphischen Blättern in unterschiedlichen Funktionszusammenhängen - so unter anderem im Kontext mittelalterlicher Werkstätten, als Buchillustrationen, als Kopien oder Propagandamittel. Der zeitlich weit gefaßte Rahmen und die breit gefächerte Themenpalette ermöglichten neue Einsichten zum spezifischen Charakter des „Bildes“ im Medium der Graphik.

Zum Programm des Symposions

 

Der berechnende Dürer - Albrecht Dürer und die mathematischen Wissensfelder seiner Zeit

tagung

Do 25. - Sa 27. September 2008


Veranstalter: Germanisches Nationalmuseum, Cauchy-Forum Nürnberg und Ernst von Siemens Kunststiftung, München
Information: Dr. Thomas Eser


Kein anderer deutscher Künstler verkörpert Ideal und Klischee vom „Pictor doctus“ derart vollkommen wie Albrecht Dürer. Er hat nicht nur ein Geometrielehrbuch veröffentlicht, eine Proportionslehre verfasst und Perspektivapparate erfunden, sondern auch eine Festungskunde geschrieben und Welt- und Sternenkarten entworfen. Schon Dürers frühe Aktzeichnungen weisen Reste von Zirkelschlägen auf, mittels derer er angeblich verborgenen Regeln der Körperproportion nachspürte. Dürers Kupferstich der „Melancholie“ schließlich verbildlicht die Kehrseiten zählenden und messenden Verstehen-Wollens der Welt wie kein zweites Sinnbild vergeblichen Forschens.

Die Wissenschaftsgeschichte kennt den Mathematiker Dürer schon seit langem und würdigt ihn als Verfasser der „ersten darstellenden Geometrie in deutscher Sprache“ (Karl Immanuel Gerhardt: Geschichte der Mathematik in Deutschland, 1877). Und auch die Kunstgeschichte verdankt Dürers mathematischen Aktivitäten methodische Meilensteine, wenn sie etwa an seinem Beispiel das Phänomen der Perspektive vom „technisch-mathematischen Problem“ zum „Symbol“ und damit „künstlerischen Problem“ befördert (Erwin Panofsky: „Perspektive als symbolische Form“, 1924).

Die Tagung zog zunächst Bilanz zum heutigen Wissen über Dürers Mathematik, die von den beiden Seiten der Wissenschaftsgeschichte und der Kunstgeschichte her beleuchtet wurdel. Sodann war eine abwägende Bewertung des Mathematikers Dürer als Neuerer und/oder Kompilator vorgesehen. Vergleichende Betrachtungen der Vorbildwirkung von Euklid und Regiomontan bis zu den zeitgenössischen italienischen Theoretikern sranden ebenso auf dem Programm wie der Topos vom besonders anregenden – da praxisorientiert-außeruniversitären – Wirkungsort Nürnberg an der Wende zur Neuzeit. Schließlich kam das Vorurteil der vermeintlich geringen Resonanz auf Dürers Schriften und deren angeblich mangelhafte Anwenderorientiertheit auf den Prüfstand.

Zum Programm der Tagung

 

Der „Spieleteppich“ im Kontext profaner Wanddekoration um 1400

Tagung

Do 30. / Fr 31. Oktober 2008


Veranstalter: Germanisches Nationalmuseum
Ort: Germanisches Nationalmuseum
Information: Dr. Jutta Zander-Seidel


Anlass der Tagung war die Neupräsentation des restaurierten Bildteppichs in der Schausammlung Mittelalter. Nach über 30 Jahren, in denen eine Ausstellung aus konservatorischen Gründen nicht mehr möglich war, wurde damit eines der Hauptwerke des Germanischen Nationalmuseums sowie der Tapisseriekunst des 14. Jahrhunderts wieder zugänglich. Die Tagung brachte den Bildteppich neu in die aktuelle Forschung ein und förderte deren interdisziplinäre Ausrichtung.

Aufgrund der dargestellten Spielszenen diente der Teppich lange Zeit vor allem einer deskriptiv motivgeschichtlich orientierten Kulturgeschichtsschreibung als Quelle. Die Tagung stellte ihn erstmals in den gattungsübergreifenden Kontext profaner Wanddekoration um 1400 und thematisierte seinen Standort im mittelalterlichen Minnediskurs. Fragestellungen betrafen Quellen, Motive, Vorlagen und Lokalisierung ebenso wie Auftraggeber, Anlässe und Funktionen. Die Einordnung durch die ältere Forschung als oberrheinische Arbeit bedurfte einer Revision. Die kunst- und kulturhistorische Betrachtung ergänzten sammlungsgeschichtliche und technologisch-restauratorische Beiträge.

Flyer zur Tagung (PDF)