Sammlungsgeschichte

Bibliothek


Mit der Gründung des Germanischen Nationalmuseums im Jahre 1852 ging der Aufbau einer Bibliothek einher.

Entsprechend der Satzung des Museums sammelte die Bibliothek Literatur sowie Quellenwerke zur deutschen Geschichte, Kunst und Literatur. Dabei beschränkte man sich zunächst auf den Zeitraum bis 1650. Erst zwischen den Weltkriegen wurde das Sammelgebiet des Museums und damit auch der Bibliothek auf die Kunst- und Kulturgeschichte der deutschsprachigen Länder bis 1800 ausgedehnt. Nach dem Zweiten Weltkrieg schließlich wurden das gesamte 19. und 20. Jahrhundert in den Sammelauftrag einbezogen, wobei gleichzeitig ein stärkeres Gewicht auf die Kunstgeschichte gelegt wurde.

Der Bestand der Bibliothek baut auf der rund 7.000 Bände umfassenden Büchersammlung des Museumsgründers Hans Freiherr von und zu Aufseß auf. Von Anbeginn verpflichteten sich Akademien, Universitäten, Buchhändler und Verlage auf Bitte des Museums dazu, einschlägige Werke, die von ihnen herausgegeben oder verlegt wurden, der Museumsbibliothek zu schenken. Nach der Übernahme der 1848 begründeten "Reichsbibliothek" aus der Paulskirche in Frankfurt im Jahre 1855 nahmen diese Schenkungen zunächst zu, da die Verleger die der Frankfurter Bibliothek gewährte Ablieferung auf die Museumsbibliothek in Nürnberg übertrugen. Nach und nach mussten jedoch immer mehr Bücher gekauft werden, bis diese Geschenkpraxis infolge des Zweiten Weltkrieges und wohl auch durch die im Jahre 1938 erfolgte Schenkung der Reichsbibliothek an die Deutsche Bücherei in Leipzig vollständig zum Erliegen kam. Angesichts dieser Umstände sah sich die Bibliothek gezwungen, einen eigenen Erwerbungsetat zu beantragen, der erst im Jahre 1971 bewilligt und seitdem erweitert wurde. Der Bibliotheksbestand wurde im Laufe seiner Sammlungsgeschichte immer wieder durch Geschenke und Erbschaften bereichert, wie zum Beispiel durch die Bibliotheken Wilhelmi, Stolberg-Wernigerode und Praetorius. Darüber hinaus gaben einzelne Büchersammler ihre Bibliotheken als Dauerleihgaben in die Verwahrung der Museumsbibliothek.

Mit Wirkung vom 3.6.2003 wurde die Bibliothek der Landesgewerbeanstalt Bayern in Nürnberg als Dauerleihgabe des Landes Bayern an die Bibliothek des Germanischen Nationalmuseums übergeben.

Zwischen 1972 und 2007 wurde die Bibliothek im Rahmen eines zwischen der Arbeitsgemeinschaft der Kunstbibliotheken und der Deutschen Forschungsgemeinschaft vereinbarten Schwerpunkt-Programms Kunst gefördert. In diesem Programm übernahm die Nürnberger Bibliothek die Aufgabe, im besonderen Maße die Literatur zur "Kunst der deutschsprachigen Länder bis zum Expressionismus einschließlich" zu sammeln.

Heute wächst die Bibliothek jährlich um rund 8.000 Bände, die gekauft, aber auch getauscht und geschenkt werden. Rund 1.700 Zeitschriften werden regelmäßig bezogen. Mit einem Bestand von rund 650.000 Bänden ist die Bibliothek des Germanischen Nationalmuseums die größte Spezialbibliothek zur deutschen Kunst- und Kulturgeschichte.

 

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