Nach Dürer. Hans Hoffmann - ein Nürnberger Künstler der Renaissance

12.5. bis 21.8.2022

Die monographische Schau thematisiert erstmals weltweit das Leben und Werk Hans Hoffmanns, eines europaweit gefeierten Vertreters der sogenannten Dürer-Renaissance. Nach der großen Dürer-Ausstellung 2012 dreht sich im Germanischen Nationalmuseum wieder alles um den großen Künstler, insbesondere um seine Nachwirkungen. 16 Dürer-Originale und 70 Hoffmann-Originale werden erstmals im direkten Vergleich zu sehen sein.

Sein künstlerisches Ansehen verdankt der Maler Hans Hoffmann (um 1545/50–1591/92) vor allem den zahlreichen Kopien und Kompilationen nach Werken Albrecht Dürers. Er gilt als ein Hauptvertreter der sogenannten Dürer-Renaissance am Ende des 16. Jahrhunderts. 1584 ist er am Münchener Hof tätig, 1585 wird er nach Prag berufen und dort zum Hofmaler Rudolf II. ernannt.

Sein Leben und Werk waren eng mit der Reichsstadt Nürnberg verbunden. Dort hatte der Maler privilegierten Zugang zur berühmten Sammlung des Patriziers und Kaufmanns Willibald Imhoff, die einen Großteil des künstlerischen Nachlasses von Albrecht Dürer bewahrte. Es war wohl Hoffmann, der den Kontakt zwischen Rudolf II. und Imhoff herstellte, der seine Dürer-Sammlung an den Kaiser verkaufte, die sich heute in der Albertina in Wien befindet. Mit Hoffmanns Monogramm versehene Miniaturen in Stammbüchern und Porträts bestätigen, dass er einen intensiven Umgang mit der gesellschaftlichen Elite Nürnbergs pflegte. Neben der Patrizierfamilie Imhoff seien hier nur noch die der Holzschuher von Harlach, deren Handelshaus zu den bedeutendsten Unternehmen der Reichsstadt gehörte, und die der Praun genannt, die ihren wirtschaftlichen Erfolg dem Fernhandel mit zahlreichen Gütern verdankten.

Die Ausstellung präsentiert zum ersten Mal umfassend Leben und Werk des Nürnberger Künstlers. Sie entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Museum der Schönen Künste Budapest, das den umfangreichsten Bestand an Werken von Hans Hoffmann besitzt. Sie gehörten – wie auch die Werke des Künstlers im Germanischen Nationalmuseum – größtenteils dem Nürnberger Handelsherrn und Kunstsammler Paulus II Praun, der ca. 150 Werke von Hans Hoffmann besaß, von denen ein erheblicher Teil verschollen ist.