Weltausstellungen

Im Fokus stehen vor allem vier Aspekte des Phänomens Weltausstellungen:

1. Technischer Fortschritt
Schon mit der ersten Weltausstellung in London 1851 wurde der technische Fortschritt zum Leitmotiv der Leistungsschauen erhoben. Zentrale Themen des technischen Fortschritts wie Energie (von Dampfkraft über Gas zu Elektrizität), Metallindustrie (anhand der Waffentechnik) oder Mobilität (am Beispiel Fahrräder) werden anhand der hierzu vorhandenen Objekte veranschaulicht.

2. Geschmacksbildung durch Stilvorbilder
Das Bayerische Gewerbemuseum, dessen Sammlung heute als Dauerleihgabe im GNM aufbewahrt wird, erwarb über 1.200 Objekte auf den Weltausstellungen in Wien 1873, Philadelphia 1876, Paris 1878, Paris 1889, Chicago 1893 und Paris 1900. Sie stehen als Beleg für die historistischen Tendenzen in Kunst und Kunsthandwerk, aber auch für den Siegeszug neuer Stilformen, etwa der Arts-and-Crafts-Bewegung nach der Weltausstellung in Paris 1878 oder des Jugendstils in Paris 1900.

3. Konstruktion nationaler Identität
„Nationalstile“ und ethnografische Inszenierungen dienten auf Weltausstellungen der Konstruktion nationaler Identität. Mit der so genannten Hindelooper Stube besitzt das Museum ein Konvolut von 272 Objekten, anhand derer sich eine solche Inszenierung am konkreten Beispiel einer „Bauernstube“ nachvollziehen und kritisch hinterfragen lässt.

4. Blick auf ferne Welten
Weltausstellungen boten für breite Publikumsmassen den Blick auf ferne Welten und führten zu einem nachhaltigen Mentalitätswandel in Europa. Die vermehrte Präsenz von Ländern aus dem Nahen Osten und besonders aus Ostasien sorgte für einen umfassenden transkulturellen Austausch in beide Richtungen. Das Museum ist im Besitz von Objekten aus China, Japan, dem Osmanischen Reich und Persien, die von Weltausstellungen stammen.

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