Restaurierung eines Laufrades

Holz (Ulme), Schmiedeeisen, Leder, Thüringen, vor 1903 mit späteren Ergänzungen (Inv.-nr. HG 6821)

Das angeblich älteste Laufrad soll in den 1760er-Jahren von dem Thüringer Fassmacher Michael Kaßler gebaut worden sein, um den Aufträgen seines Dienstherrn schneller nachkommen zu können.
Doch schriftliche Beweise für diese frühe Entstehung gibt es nicht, auch die Materialuntersuchung kann dies weder beweisen, noch widerlegen.

Die mikroskopische Holzartenbestimmung ergab Ulmenholz, welches aufgrund seiner Stoß- und Druckfestigkeit besonders gerne für Wagengestelle und Räder verwendet wurde. Auch seine Bauweise erinnert an Zugwagen oder landwirtschaftlichen Geräten. Der Lenker ist möglicherweise ein zweitverwendetes Ortscheit.

In seiner frühen Museumszeit wurde das Laufrad überarbeitet und mit einem Holzschutzmittel gegen Insektenbefall behandelt. Die dadurch entstandenen dunklen Laufspuren und Flecken werden bei der aktuellen Restaurierung entfernt, instabile Bereiche im Holz verleimt und die Eisenteile entrostet und konserviert.