GABRIEL VON MAX MIT EINEM JUNGEN BERBERAFFEN, UM 1870

KünstlerGabriel von Max
Datierungum 1870
Material/Technik: Albuminabzug
Inventarnummer: Max, Gabriel von, I,B-259, 0042

Wo kommen wir her?
Gabriel von Max wurde 1840 in Prag als Sohn des Bildhauers Joseph Max geboren. Er studierte an der Kunstakademie Prag, später in München bei Karl Theodor von Piloty und wurde selbst für einige Jahre dort Professor. Er interessierte sich bereits früh für den Menschen und vor allem für die Frage, woher der Mensch kommt. Um dieser Forschungsfrage nachzugehen, hielt er sich zuhause Affen, deren Verhalten er studierte und mit dem Verhalten der Menschen verglich. Er sammelte Schädel, ausgestopfte Tiere und weitere Besonderheiten aus aller Welt und baute sich eine große ethnologische Sammlung auf. Zum Teil brachten ihm auch seine befreundeten Wissenschaftler von ihren Forschungsreisen in Afrika oder Neuseeland Fundstücke mit. Gerne diskutierte er mit seinen Freunden über den „sprachlosen“ Urmenschen und verglich diesen mit dem „Culturaffen“.

Wo gehen wir hin?
Die Frage, wohin der Mensch nach dem Tod gehen wird, versuchte sich Gabriel von Max mit dem Themengebiet des Spiritismus zu beantworten. Er lud das Medium Eglington aus England ein und hielt in seinem Haus mit Familie und Freunden Séancen ab, um den Bereich des Magnetismus und der Materialisation zu erforschen. Über die Erlebnisse und den Wahrheitsgehalt solcher Sitzungen tauschte er sich mit befreundeten Ärzten, Philosophen und anderen Wissenschaftlern aus. Für ihn war der Spiritismus die logische Wissenschaft, um die Frage, wohin wir gehen, zu beantworten.

Was ist das Besondere am Menschen Gabriel von Max?
Gabriel von Max hat sein gesamtes Leben in den Dienst der Wissenschaft gestellt. Das Geld, das er mit seinen Bildern verdiente, setzte er sogleich für den Aufbau seiner wissenschaftlichen Sammlung ein. Beispielsweise erwarb er die Instrumente und Dokumente des Astronomen Tycho Brahe und rettete, diese vor einem auktionalen Verkauf. Einige Jahre später verkaufte Max die Instrumente dem Deutschen Museum in München und stellte dadurch deren Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit sicher. Gegen die von den Wissenschaftlern damals als notwendig erachtete Vivisektion sprach er sich jedoch deutlich aus. Diese angewandte Methode, wissenschaftliche Versuche an lebenden Tieren durchzuführen, bekämpfte Max, indem er als Mitglied und durch Schenkung seiner Kunstwerke tierschützende Vereine und Organisationen unterstützte.