Die Lange Nacht der Wissenschaften

SAMSTAG, 21.10.2017, 18:00 - 24:00 Uhr

Ticket: 12,- €, erm. 8,- €
an der Abendkasse, online oder im Vorverkauf. Alle Vorverkaufsstellen finden Sie hier:
www.nacht-der-wissenschaften.de/2017/tickets/vorverkaufsstellen/

Erstmals beteiligt sich das Germanische Nationalmuseum bei der „Langen Nacht der Wissenschaften.“ Den ganzen Abend über ermöglichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Museums in Kurzvorträgen einen Blick hinter die Kulissen der Museumsarbeit. Zu welchen Themen forscht das Museum derzeit? Wie kommt man den Urhebern und Herstellungsweisen von Kunstwerken auf die Spur? Und aus welchen Materialien bestehen Objekte? Die Spanne an Beispielen reicht von archäologischen Funden aus der Vor- und Frühgeschichte über spätmittelalterliche Tafelbilder bis zu kunsthandwerklichen Objekten und Musikinstrumenten.

Nachmittagsprogramm für Kinder und Familien

15:00 – 17:00 Uhr
Familienführung „Leonard Lupe und die kleinen Entdecker“ (für Kinder ab 4 Jahren)
Leonard Lupe führt Kinder und ihre Eltern durch das Museum und erklärt, was hier gesammelt wird und wie man Dinge richtig aufbewahrt. Spiele, Rätsel und Aufgaben machen die Tour mit ihm zu einem spannenden Erlebnis, schon für die jüngsten Forscher.
Dr. Claudia Merthen

16:00 – 18:00 Uhr
Familienführung „Wir bauen ein Museum“ (für Kinder ab 6 Jahren)
Was macht ein Museum aus? Wie sammelt und ordnet man Dinge? Bei dieser Familienführung erforschen Kinder rätselhafte Objekte und gestalten ein „Miniaturmuseum“. Dieses können sie im Anschluss bei einem Rundgang mit dem „richtigen“ Museum vergleichen.
Johanna Kläver

Abendprogramm: Kurzvorträge im Aufseß-Saal


Um 18:00 Uhr schließt das Museum und das Vortragsprogramm im Aufseß-Saal beginnt. Im Museumscafé Arte besteht die Möglichkeit, mit den Mitarbeitern des Museums ins Gespräch zu kommen. Außerdem wird die Kartäuserkirche geöffnet, in der an ausgewählten Originalen Forschungsergebnisse vorgestellt werden.

18:00 Uhr
Das Germanische Nationalmuseum als Forschungsmuseum

Dr. Daniel Hess
Das Germanische Nationalmuseum ist eines von acht Forschungsmuseum der Leibniz-Gemeinschaft. Zugleich ist es mit rund 1,6 Mio Objekten das größte kulturgeschichtliche Museum des deutschen Sprachraums. Unter seinem Dach arbeiten Kulturhistoriker und Kunsttechnologen Hand in Hand. Doch was ist ein Forschungsmuseum eigentlich? Welche Forschung wird hier betrieben und was hat die Gesellschaft davon?

18:20 Uhr
Neckische Lustbarkeiten: Nürnberger Schembartbücher als Quelle fastnächtlichen Brauchtums
Dr. Johannes Pommeranz
Die „fünfte Jahreszeit“ begeistert Menschen seit Jahrhunderten. Weltweit entwickelten sich Bräuche, die dem bunten Treiben eine Ordnung gaben. Dem Karneval in der spätmittelalterlichen Reichsstadt Nürnberg gab der sogenannte Schembartlauf ein Gesicht, umfassend dokumentiert in sogenannten Schembartbüchern. Sie weisen die reiche Fernhandelsstadt als Karnevalshochburg aus: Zahlreiche Einträge zum historischen Fastnachtsumzug in Stadtchroniken, Wappen- und Turnier- und Trachtenbüchern bezeugen das große Interesse seitens Nürnberger Patrizierfamilien.

18:40 Uhr
In ewigem Gedenken?! Interdisziplinäre Forschungen zu Totenschilden im Germanischen Nationalmuseum
Dr. Katja Putzer und Elisabeth Taube
Totenschilde hingen als Gedenktafeln für verstorbene männliche Mitglieder der städtischen Eliten und des Adels im Kirchenraum. In einem dreijährigen Forschungsprojekt wurde der spätmittelalterliche, zum großen Teil aus Nürnberg stammende Bestand erstmals systematisch aus historischer, kunsthistorischer und kunsttechnologischer Perspektive untersucht und erschlossen. Welche Teile zu einem spätgotischen Totenschild gehören und wie und aus welchen unterschiedlichen Materialien sie gefertigt wurden, wird exemplarisch an einem Objekt vorgestellt.

19:00 Uhr
Ein Spielzeugpferd, das irritiert
Dr. Claudia Selheim
Im Jahr 1903 kam ein außergewöhnliches Spielzeugpferd neu in den Bestand des Germanisches Nationalmuseums. Das Interesse von Seiten der Medien war groß. Neben wechselnden Bedeutungszuweisungen wurden dem Spielzeugpferd auch immer wieder verschiedene Herkunftsregionen zugewiesen, die erst jetzt endgültig aufgrund naturwissenschaftlicher und kulturhistorischer Methoden geklärt werden konnten.

19:20 Uhr
„Bitte recht freundlich!“ Bismarck als Fotomodell
Dr. Leonie Beiersdorf
Kein anderer Künstler hat Otto von Bismarck so oft porträtiert wie Malerfürst Franz von Lenbach. Dabei machte der Künstler, wie die Mehrheit der Maler im ausgehenden 19. Jahrhundert, intensiv Gebrauch von Fotografien als Vorlagen. Käufern war dieses Vorgehen suspekt: sie verlangten „wahre“ Kunst, wozu die Arbeit nach Fotos nicht zählte.

19:40 Uhr
Nürnberger Goldschmiedekunst.
Meister – Marken – Werke
Birgit Schübel
Nürnberg war lange eines der bedeutendsten Goldschmiedezentren Deutschlands, zeitweise sogar eines der wichtigsten in Europa. Goldschmiedearbeiten waren begehrt für herrschaftliche Tafeln und kirchliches Zeremoniell. Doch wie erkennt man, ob eine Arbeit in Nürnberg gefertigt wurde? Und wie kann man noch Jahrhunderte später einen Goldschmiedemeister als Urheber identifizieren?

20:00 Uhr
Aus dem Forschungslabor: Spätmittelalterliche Malerei unter der Lupe
Dr. Beate Fücker, Dr. Joshua Waterman
Mittelalterliche Gemälde wurden nicht dafür geschaffen, an einer Museumswand zu hängen. Doch wo kommen sie her? Wozu dienten sie? Wer hat sie angefertigt? Wie wurden sie hergestellt? Und was sagen sie uns heute? Nach Antworten auf diese und viele weitere Fragen forscht seit 2013 ein Team aus Kunsthistorikern und Kunsttechnologen. Ziel: ein wissenschaftlicher Bestandskatalog der Gemälde vor 1500 im Germanischen Nationalmuseum.

20:20 Uhr
Die Teekanne „Leda“ und wie sie in den Bestand des Germanischen Nationalmuseums kam
Dr. Silvia Glaser
Inventarisierung - eine der grundlegenden Museumsarbeiten. Welche Schritte muss ein Neuzugang in welchen Abteilungen durchlaufen, bis er ­- inklusive einer Inventarnummer - seinen Standort in der Dauerausstellung oder im Depot findet? Und warum der ganze Aufwand?

20:40 Uhr
Vom Fragment zum Werk. Verlorenes wird sichtbar
Dr. Katja von Baum
In der Dauerausstellung hängt eine – auf den ersten Blick unscheinbare – Tafel mit der Darstellung der heiligen Agnes. Doch war sie nie als einzelnes Gemälde gedacht: Röntgenaufnahmen, Scharnierspuren und die heraldisch „falsche“ Position der dargestellten Stifterfiguren führen uns zur Rekonstruktion des prachtvollen Gesamtwerks, dem die Heilige einmal angehörte: Ein Beispiel für die Ergebnisse aus der Erforschung der spätmittelalterlichen Gemälde im Germanischen Nationalmuseum.

21:00 Uhr
Objektgeschichte(n). Das Provenienzforschungsprojekt des Germanischen Nationalmuseums
Dr. Anja Ebert und Dr. Timo Saalmann
Provenienzforschung fragt nach der Herkunft von Objekten. Dabei steht die Suche nach Kulturgut im Vordergrund, das den Eigentümern während der NS-Zeit verfolgungsbedingt entzogen wurde. Gefördert durch die Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste untersucht das GNM seit November 2014 die Herkunft seiner zwischen 1933 und 1945 getätigten Erwerbungen.

21:20 Uhr
Besucherforschung in der Ausstellung „Luther, Kolumbus und die Folgen“
Dr. Daniela Bauer

21:40 Uhr
Die größte Sammlung historischer Musikinstrumente. Digitale Spurensuche vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg
Dr. Dominik von Roth und Linda Escherich
Die Sammlung Rück ist eine der größten privaten Sammlungen alter Musikinstrumente, die 1962 an das GNM überging. Die digitale Erfassung der akribisch geführten Erwerbskorrespondenz mit mehr als 17.000 Briefen ermöglicht u.a. die Rekonstruktion einstiger Marktpreise historischer Instrumente und damit auch die Möglichkeit, Kaufverhalten und Sammlungstätigkeit während der NS-Zeit kritisch in den Blick zu nehmen.

22:00 Uhr
Das Germanische Nationalmuseum als Forschungsmuseum

Dr. Daniel Hess
Das Germanische Nationalmuseum ist eines von acht Forschungsmuseum der Leibniz-Gemeinschaft. Zugleich ist es mit rund 1,6 Mio. Objekten das größte kulturgeschichtliche Museum des deutschen Sprachraums. Unter seinem Dach arbeiten Kulturhistoriker und Kunsttechnologen Hand in Hand. Doch was ist ein Forschungsmuseum eigentlich? Welche Forschung wird hier betrieben und was hat die Gesellschaft davon?

22:20 Uhr
Wie dringt man in die Geschichte ein? Die Kreuzwegstationen von Adam Kraft
Dr. Frank Matthias Kammel
Zwischen 1505 und 1508 schuf Adam Kraft (um 1460-1509) einen aus sieben großformatigen Sandsteinreliefs bestehenden Kreuzweg, der zu den ältesten Beispielen dieser Bildgattung im deutschen Sprachraum gehört. Ein seit 2015 laufendes Projekt verbindet kunstgeschichtliche und kunsttechnologische Untersuchungen mit konservatorischen, substanzerhaltenden Maßnahmen. Welche Fragen, Ziele und Probleme leiten diese Maßnahme?

22:40 Uhr
Das MUSICES-Projekt: 3D-CT von Musikinstrumenten
Meike Wolters
In Kooperation mit dem Fraunhofer Institut EZRT (Entwicklungszentrum Röntgentechnik) in Fürth entwickelt das DFG-Forschungsprojekt MUSICES einen Standard zur Computertomographie von Musikinstrumenten. Hierbei werden technische Parameter, geeignete Praxisabläufe sowie die Möglichkeiten und Grenzen dieser Technik erarbeitet.

23:00 Uhr
Archäologische Forschungen des Germanischen Nationalmuseums
Dr. Angelika Hofmann
Das Germanische Nationalmuseum verfügt auch über eine Vor- und Frühgeschichtliche Sammlung, die ältesten Exponate datieren 300.000 Jahre zurück. Womit beschäftigt sich diese Disziplin? Was sind aktuelle Fragen und Probleme? Im Fokus stehen die noch unerschlossenen, also noch nicht bearbeiteten Bestände der Sammlung.

23:20 Uhr
Cherchez la femme!
Peggy Große M.A. und Benjamin Rudolph
Suchen Sie die Frau! Man wird sie auf dem Gemälde von Christian Wilhelm Ernst Dietrich, gen. Dietricy, mit der Darstellung eines Gemäldekabinetts (1742) mit bloßem Auge nicht finden. Dass es sich bei dem Motiv um eine vollständige Übermalung eines Frauenporträts handelt, wurde erst bei einer kunsttechnologischen Untersuchung des Gemäldes festgestellt. Neben den kunsttechnologischen Untersuchungsmethoden werden auch kunsthistorische Fragen wie nach dem Grund der Übermalung und der Identität der Frau erörtert.

 

Das komplette Programm und weitere Informationen zur "Langen Nacht der Wissenschaften" finden Sie hier: www.nacht-der-wissenschaften.de/2017/home.

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GNM Highlight
aus der Dauerausstellung