AUFBRUCH DER JUGEND. DEUTSCHE JUGENDBEWEGUNG ZWISCHEN SELBSTBESTIMMUNG UND VERFÜHRUNG

26.09.2013 - 19.01.2014 

2013 jährt sich zum 100. Mal das sogenannte „Fest der Jugend“ auf dem Hohen Meißner. Das Germanische Nationalmuseum nimmt dies zum Anlass für eine große Sonderausstellung, die erstmals die Geschichte der Jugendbewegung umfassend zeigt. Rund 400 Exponate, darunter Gemälde, Fotografien, Kleidung sowie Film- und Hörstationen zeichnen den Weg der Jugendbewegung von ihren Anfängen bis in die 1960er Jahre nach. Jugend stand schon um 1900 für Aufbruch und Erneuerung, für Zukunft und Visionen. Jugendliche aus bürgerlichen Kreisen begehrten gegen die Elternwelt auf. Viele ihrer Ziele trafen sich mit den Forderungen der Lebensreformbewegung: Vegetarische Ernährung, alkoholfreie Getränke und zwanglose Kleidung standen für eine naturnahe Lebensweise. Junge Leute schlossen sich in Bünden wie dem „Wandervogel“ zusammen. Gemeinsame Fahrten, Wanderungen und Gesang stärkten das Gruppengefühl.

Den Ersten Weltkrieg bejubelte man als großes gemeinschaftliches Abenteuer und zog 1914 begeistert auf „Große Fahrt“. Der Erste Weltkrieg zerstörte viele Ideale. In der zunehmenden Politisierung suchte die Jugendbewegung neue Wege. Aus dem Wandern wurde das Marschieren. Die Ausrichtung wurde zunehmend militärisch. Ein Meer von Flaggen vermittelt in der Ausstellung die Suggestion von Symbolen und die Verführbarkeit der Jugendlichen durch politische Ideologien. Dies machten sich die Nationalsozialisten und die Hitlerjugend zu Nutze. Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte die Jugendbewegung an ihre alten Ideale anzuknüpfen. 1964 öffnete sie sich mit dem ersten Open-Air-Festival in der Bundesrepublik auf Burg Waldeck einer neuen Zeit.

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In Zusammenarbeit mit dem Archiv der deutschen Jugendbewegung.

Kulturtipp Glut ist Geist (Ausstellung Leuchtenburg, 19.9.13-14.3.2014)


Objekte der Ausstellung

Lichtgebet
Hugo Höppener, gen. Fidus, 1922


Blick in die Ausstellung

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