DAME MIT DEM FALKEN

Datierung: vor dem 30.11.1486 (Dürers Antritt der Lehre bei Wolgemut)
Material/Technik: Papier, schwarze Kreide, Handzeichnung
Standort: London, British Museum, Department of Prints and Drawings
Inventarnummer: Inv. SL 5218-90

Welche Bedeutung hat das Motiv der Dame mit dem Falken?
Die edel gekleidete Dame mit einem Vogel auf der Hand ist eine wiederkehrende Figur aus dem mittelalterlichen, höfischen Roman und der Exempelliteratur. Auch auf Spielkarten ist sie verbreitet. Womöglich diente eine solche Karte Dürer als Vorlage für seine Zeichnung.

Wer ist der mysteriöse Beschrifter und Erstbesitzer der Zeichnung?
Laut ihrer Beschriftung erhielt er die Zeichnung auf dem „Dachboden des Hinterhauses von Michael Wolgemut“, Dürers späterem Lehrmeister, von Dürer persönlich geschenkt. Vom Empfänger ist lediglich bekannt, dass er aus dem schwäbischen oder alemannischen Dialektraum stammte, eine Ausbildung in der Schreibkunst genossen und die Anfertigung der Zeichnung persönlich miterlebt hat. Wahrscheinlich stammte er aus Dürers Nachbarschaft.

Was hat es mit der Rotfärbung des Papiers, den Farbflecken und der Zeichnung auf der Rückseite auf sich?
Höchstwahrscheinlich handelt es sich bei dem verwendeten Blatt um Abfall aus der Wolgemut-Werkstatt. So ließen sich die Ölfarbflecken, die schon vor der Zeichnung auf dem Blatt waren, erklären, ebenso wie die Skizze auf der Rückseite, die vielleicht von einem Werkstattmitarbeiter stammt. Der erst 15-jährige Dürer verschenkte selbstbewusst das ihm zum Üben überlassene Blatt.


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