Der verlorene Sohn bei den Dirnen

Künstler: Johann Liss
Datierung: um 1622/1623
Ort: Rom
Material/Technik: Öl auf Leinwand
Inventarnummer: Gm1182

Biblische Allegorie oder Bordellbild?
In alten Beschreibungen wurde das Gemälde als "Bordellbild" bezeichnet. Der Kunsttheoretiker Joachim von Sandrart führt es 1675 in seiner dreibändigen "Teutschen Akademie" als "Conversation geharnischter Soldaten mit Venetianischen Courtisanen" an. Der moralische Ton, vor allem die Mahnung vor der Trunksucht, kommt niederländischen Darstellungen des verlorenen Sohnes aus dem frühen 17. Jahrhundert sehr nahe.

Warum war das Gemälde so berühmt?
Joachim von Sandrart lobte das Bild auf Grund der dargestellten Gemütsregungen, Gebärden und Begierden und hob das Gemälde damit in den Stand eines vorbildhaften Historienbildes. Viele Kopien bezeugen den Ruhm des Gemäldes; selbst Rubens war begeistert. Wie Sandrart berichtet, war der Maler Liss mit dem Nachtleben bestens vertraut, und "blieb etliche Tage und Nächte aus ... bis der Beutel leer war".

Wie kommt der in Oldenburg geborene Liss nach Rom?
Seit der Zeit um 1600 etablierte sich die Italienreise zum unverzichtbaren Bestandteil künstlerischer Ausbildung. Wie die meisten nordalpinen Maler kam auch Liss bis nach Rom. Er studierte dort Caravaggios revolutionäre Malerei, deren Realismus, Plastizität und akzentuierte Lichtführung er in sein Meisterwerk übernahm. 1629 ist der bewunderte Maler in Venedig nachgewiesen, 1631 wurde er in Verona Opfer der Pest.

weiterführende Informationen finden Sie in der Forschungsdatenbank des GNM

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