Maria mit Kind

Datierung: um 1340/50
Ort: Niederöstereich
Material/Technik: farbige Hüttengläser mit Schwarzlotmalerei
Inventarnummer: MM717

Was machen Glasgemälde im Museum?
Die Glasmalerei ist in Europa seit dem 6. Jahrhundert nachweisbar und damit rund ein halbes Jahrtausend älter als das europäische Tafel- oder Leinwandbild. Die Zerstörung farbiger Glasfenster seit der Barockzeit und die Umwelteinflüsse haben den Beständen stark zugesetzt. Mit der Neuentdeckung des Mittelalters im 19. Jahrhundert gelangte die Glasmalerei zu neuem Ansehen.

Was ist das Besondere an diesem Glasgemälde?
Farbigkeit und Zeichnung zielen auf Fernwirkung und berücksichtigen die Anbringung in einem monumentalen hochgotischen Kirchenfenster. Die elegante Biegung des Körpers der Madonna ist dem schönlinigen Stilideal der Kunst im frühen 14. Jahrhundert verpflichtet. In den diagonalen Spannfalten deutet sich jedoch bereits der Übergang zum neuen, in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wirksam werdenden parlerzeitlichen Verständnis von Körperlichkeit und Plastizität an.

Wie werden Glasgemälde hergestellt?
Die Farbgläser stammen von mundgeblasenen, farbigen Glaskolben, die man zu Glastafeln ausarbeitet. Die einzelnen Glasstücke werden millimetergenau zugeschnitten, bemalt und gebrannt. Als Malfarbe dienen in Glas gebundene Eisenoxide (= Schwarzlot), die mit Wasser angeteigt, auf das Glas aufgemalt und dann eingebrannt werden. Verschiedene Bleiruten halten die einzelnen Gläser eines Feldes zusammen, das dann in den Fensterfalz eingesetzt wird.

weiterführende Informationen finden Sie in der Forschungsdatenbank des GNM

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