Tanzmeistergeige („Pochette“) mit Fächer

Datierung: Mitte 18. Jh.
Ort: Süddeutschland
Material/Technik: Verschiedene Holzarten, Perlmutteinlagen, Papierfächer 
Inventarnummer: MIR767

Warum ist diese Geige so klein?

In der Barockzeit begleitete der Tanzmeister seine Schüler auf solch einer Geige. Wollte er für die typischen grazilen Armbewegungen die Hände frei haben, konnte er die kleine Geige einfach in seine Rocktasche stecken. In Frankreich heißen diese Instrumente deshalb „Pochette“ („Täschchen“).

Konnte man diese Geige für Konzerte verwenden?

Der Resonanzkörper, der die Saitenschwingungen verstärkt, ist hier so klein, dass die Lautstärke nur für den Tanzunterricht eines oder mehrerer Paare ausreicht. Der Klang ist nicht mit einer echten Violine zu vergleichen. Durch den kurzen Hals sind auch die musikalischen Möglichkeiten eingeschränkt.

Wozu dient der einziehbare Fächer?

Zum Benimm- und Tanzunterricht gehörte auch die bestimmten Regeln folgende Symbolsprache des Fächers, den Menschen von Welt immer mit sich führten. Mit einer Geige ist diese Sprache jedoch nicht zu vermitteln. Der Fächer hat deshalb eher symbolischen Funktion oder ist ein schickes Accessoire.


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