Tegernseer Kalvarienberg

Künstler: Gabriel Angler
Datierung: Um 1445
Provenienz: Mittelbild des Quirinus-Altars aus dem Kloster Tegernsee
Material/Technik: Malerei auf Fichtenholz
Inventarnummer: Gm1055; Leihgabe Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Warum bezeichnet man das ursprüngliche Retabel als Tabula Magna?   

Das Flügelretabel, dessen Mitte unter anderem der Kalvarienberg bildete, war in geöffnetem Zustand etwa sechs Meter breit und mit Predella und Gesprenge wohl über sieben Meter hoch. Es war damit das größte Altarwerk im  Benediktinerkloster in Tegernsee und schmückte den dortigen Choraltar.

Warum zeigt die Tafel keinen Goldgrund, wie er im Spätmittelalter üblich war?

Bei der Barockisierung der Klosterkirche im 17. Jahrhundert wurde der Hochaltar abgebaut. Wohl in diesem Zusammenhang übermalte man den Goldgrund mit einer dramatischen Gewitterlandschaft, die eher dem damaligen Zeitgeschmack entsprach. Einiges spricht dafür, dass man den Hochaltar in seiner überarbeiteten Form 1692 erneut weihte.

Entstand das großformatige Werk in Anglers Werkstatt in München oder direkt vor Ort in Tegernsee?

Rechnungsbucheinträge lassen vermuten, dass sich Gabriel Angler und seine Mitarbeiter  längere Zeit im Kloster in Tegernsee aufhielten. 1444 wird sogar explizit ein „Gabrihel malar“ aufgeführt. Dennoch könnten die Gemälde auch im 50 Km entfernten München entstanden sein, denn Transporte großformatiger Werke über weite Strecken waren im Spätmittelalter nicht unüblich. [So lieferte der Nürnberger Maler Wolgemut das Hochaltarretabel der Zwickauer Marienkirche.]

Weitere Informationen finden Sie in der Forschungsdatenbank des GNM

Sammlung Malerei bis 1800 und Glasmalerei


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