Totenschild für Hieronymus Kress (gest. 1477)

Datierung: 1477/78
Ort: Nürnberg
Material/Technik: Grundplatte Tanne, Gratleisten Fichte, Helm Linde, Wappenschild Laubholz, Helmzier Laubholz und Rosshaar, Profile Weide und Bastfasern (ergänzt), Helmdecke Pappe (ergänzt) und Blech (ergänzt), Beiwappen Eisenblech (ergänzt); gefasst   
Inventarnummer: KG987

Wer gab Totenschilde in Auftrag und wann wurden sie gefertigt?

Auftraggeber waren vermutlich die Hinterbliebenen, denn von ihnen wurden die Schilde stets bezahlt. Die Herstellung erfolgte nach dem Tod des Geehrten, beim Begräbnis spielten sie keine Rolle. Rechnungsbücher zeigen, dass die Schilde zum Teil erst Monate oder Jahre nach der Bestattung in die Kirchen gehängt wurden.

Was kostete ein Totenschild?   

Besonders für das Spätmittelalter ist dies schwer zu beantworten, da kaum Quellen dazu überliefert sind. Einer der seltenen Rechnungsbelege zeigt jedoch, dass der Kress-Schild 4 ½ rheinische Gulden kostete – eine geringe Summe für die Oberschicht, die zum Beispiel für Stiftungen oft das Zehnfache und mehr ausgab.

Wer stellte Totenschilde her?   

In Rechnungsbüchern werden häufig Schreiner, Maler und Schlosser genannt. Die Schreiner fertigten die Grundplatte an, die Maler kümmerten sich – wahrscheinlich in Zusammenarbeit mit Bildschnitzern – um die aufwendige Gestaltung. Für die Anbringung der Hängevorrichtung auf der Rückseite waren Schlosser verantwortlich.


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