WERKSTATT DES MICHAEL WOLGEMUT (MALER DES FEUCHTWANGER RETABELS?), MARIA MIT DEM KIND ZWISCHEN DEN HEILIGEN BARTHOLOMÄUS, HELENA, BARBARA UND JODOKUS

Datierung: um 1483
Ort: Nürnberg

Material/Technik: Malerei auf Kiefernholz
Inventarnummer: Gm141, Leihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München / Wittelsbacher Ausgleichsfonds, Inv.Nr. WAF 1201

Welche Funktion erfüllte die Tafel?
Es handelt sich um ein Bildepitaph, dass dem Gedächtnis des unten links dargestellten Magisters Jodokus Krell gewidmet ist. Krell amtierte als Vikar in der Nürnberger Lorenzkirche und starb 1483. Die zu Bildepitaphien gehörende Sterbeinschrift ist heute verloren, befand sich aber ursprünglich auf einer für Nürnberger Epitaphien typischen Verdachung des Bildes. Es diente der Pflege des Totengedächtnisses und sollte den Betrachter zum Gebet für das Seelenheil des Verstorbenen anregen.

Wo hing das Bildepitaph?
Ursprünglich war das Gemälde an der linken Säule der Scheitelkapelle im Chorumgang der Nürnberger Lorenzkirche angebracht. In unmittelbarer Nähe befand sich das Grab Jodokus Krells. Es war üblich, Epitaphien nahe der Begräbnisstätte der Bedachten aufzuhängen. In der genannten Kapelle befand sich auch der von Krell um 1480 gestiftete Bartholomäusaltar. Er steht noch heute am selben Ort. Retabel und Epitaph waren nicht nur räumlich, sondern auch inhaltlich eng aufeinander bezogen, da sie dasselbe Figurenpersonal zeigen.

Wie ist zu ermitteln, in welcher Werkstatt das Gemälde angefertigt wurde?
Das Epitaph lässt sich der Werkstatt Michael Wolgemuts (1434–1519) zuweisen. Zum einen entsprechen die stilistischen Merkmale, wie etwa die spezifische Gesichtsbildung der Figuren, dem Formenvokabular vieler Gemälde aus der Wolgemut-Werkstatt. Zum anderen wird die Zuschreibung durch kunsttechnologische Beobachtungen gestützt. Beispielsweise fanden die Muster der Pressbrokate, mit denen der Maler die Gewänder der Figuren dekorierte, auch an vielen anderen Werken aus dem Atelier Wolgemuts Verwendung.

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