Schiff als Tafelaufsatz (Schlüsselfelder Schiff)

Datierung: vor 1503
Ort: Nürnberg 
Material/Technik: Silber, teilweise vergoldet, Reste alter Bemalung
Inventarnummer: HG2146

Schiff oder Trinkgefäß? 

Die Silberschmiedearbeit ist die Miniaturnachbildung eines Ende des 15. Jahrhunderts weit verbreiteten Schiffstyps, einer Karacke. Ein zweischwänziges Meerweibchen bildet den Schaft. Hebt man das Deck des Schiffes ab, wird aus dem Rumpf ein großvolumiger Pokal. Verwendung fand das Gefäß sicher zu festlichen Anlässen an einer Tafel.

Wer gab wem den Auftrag?

Das Beschauzeichen der Stadt Nürnberg auf dem Segel verweist auf einen ortsansässigen, allerdings unbekannten Goldschmied. Der Auftraggeber war nach neueren Forschungen der Nürnberger Handelsherr Wilhelm Schlüsselfelder (gest. 1504). Das prächtige Futteral zur Aufbewahrung des Schiffes trägt die Jahreszahl 1503, daher kann der Auftrag nicht lange vor seinem Tode erfolgt sein.

Was erzählt das Werk über seine Entstehungszeit?

Silberne Schiffe auf einer Festtafel waren im Mittelalter ein Privileg des Adels. Dass ein Kaufmann ein solches Werk in Auftrag gab, zeigt das Selbstbewusstsein, das das städtische Bürgertum am Anfang der Neuzeit erlangt hatte. Zugleich dokumentiert das Werk die Weltoffenheit und weitreichenden Verbindungen der großen süddeutschen Handelsstädte, die auch Beziehungen zu den großen Hafenstädten Europas pflegten.

Weiterführende Informationen finden Sie in der Forschungsdatenbank des GNM

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